Rundschreiben 22/2019: Organisatorische Richtlinien für den Unterricht in Bewegung und Sport

Das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur hat ein neues Rundschreiben zu den organisatorischen Angelegenheiten des Unterrichts in Bewegung und Sport veröffentlicht.

Behandelt werden die Themen:

  • Gruppengrößen
  • Bekleidung / Schmuck / Körperpflege
  • Dislozierter Unterricht
  • Schwimmunterricht
  • Gleichzeitig wird das Rundschreiben 18/2018 außer Kraft gesetzt.

Rundschreiben 22/2019 (Organisatorische Richtlinien für den Unterricht in Bewegung und Sport)

Befreiung aus Bewegung und Sport – Änderung

Mit 1. 9. 2018 trat eine Änderung im § 11 Abs. 6 des Schulunterrichtsgesetzes in Kraft, in deren Folge die Verordnung über die Befreiung aus einem Pflichtgegenstand außer Kraft gesetzt wurde.

Eine Befreiung erfolgt in der Regel auf Antrag des Schülers / der Schülerin und wird nach wie vor von der Direktion ausgesprochen. Sie darf nur aus gesundheitlichen Gründen erfolgen und die Schulleitung kann zu diesem Zweck auch ein ärztliches Zeugnis (Befund) verlangen. Darüber hinaus kann künftig eine Befreiung aus Bewegung und Sport mit oder ohne Auflage von Prüfungen ausgesprochen werden.

(Gesetzestext)

§ 11. Abs. 6 Schulunterrichtsgesetz:

„Auf Ansuchen des Schülers oder der Schülerin oder von Amts wegen hat der Schulleiter oder die Schulleiterin einen Schüler oder eine Schülerin von der Teilnahme an einzelnen Pflichtgegenständen und verbindlichen Übungen ohne oder mit Auflage von Prüfungen zu befreien, wenn dieser oder diese aus gesundheitlichen Gründen daran nicht teilnehmen kann. Der Schulleiter oder die Schulleiterin kann im Zweifelsfall hiefür die Vorlage eines ärztlichen Zeugnisses verlangen.“

Das bedeutet für die Praxis:

  • Befreiungen können nur von der Direktion ausgesprochen werden,
  • im Regelfall ist ein Antrag auf Befreiung zu stellen (außer Befreiung von Amts wegen),
  • eine Befreiung darf nur aus gesundheitlichen Gründen ausgesprochen werden,
  • eine Befreiung kann mit und ohne Auflage von Prüfungen ausgesprochen werden,
  • befreite Schüler/innen müssen am Unterricht nicht teilnehmen.
  • Als Grundlage für das Aussprechen einer Befreiung kann ein ärztliches Zeugnis herangezogen werden. Dieses hat einem Gutachten zu entsprechen und daher das maßgebliche Krankheitsbild und die sich daraus ergebenden medizinischen Schlussfolgerungen zu enthalten.
  • Liegt ein privatärztliches Gutachten vor, kann im Bedarfsfall auch der Schularzt / die Schulärztin zur dessen Interpretation herangezogen werden.
  • Bestehen Zweifel am privatärztlichen Gutachten, kann mit Zustimmung des Schülers / der Schülerin auch der Schularzt / die Schulärztin mit der Erstellung des Gutachtens betraut werden. Wird diese schulärztliche Begutachtung vom Schüler / von der Schülerin verweigert, ist das Ansuchen um Befreiung abzulehnen.

SchOG 8b – Änderung

Ab 1.9.2018 gilt eine neue Formulierung des § 8b SchOG, in welchem die Koedukation in Bewegung und Sport geregelt ist. Demnach sind künftig keine Ansuchen an die Schulbehörde bei koedukativem Unterricht auf Grund der geringen Geschlechterzahl mehr erforderlich. Grundsätzlich gilt weiterhin der geschlechtergetrennte Unterricht aber der Sekundarstufe 1.

(Gesetzestext)

 

Schulorganisationsgesetz:

Führung des Unterrichtsgegenstandes Bewegung und Sport

§ 8b. (1) Der Unterricht in Bewegung und Sport ist ab der 5. Schulstufe getrennt nach Geschlechtern zu erteilen, sofern im Folgenden nicht anderes bestimmt wird. Bei nach Geschlechtern getrennter Unterrichtserteilung können Schülerinnen und Schüler mehrerer Klassen zusammengefasst werden.

(2) Wenn bei Trennung nach Geschlechtern wegen zu geringer Schülerzahl nicht für alle Schülerinnen und Schüler der lehrplanmäßige Unterricht im Pflichtgegenstand Bewegung und Sport erteilt werden könnte, darf der Unterricht auch ohne Trennung nach Geschlechtern erteilt werden. Dasselbe gilt im Freigegenstand und in der unverbindlichen Übung Bewegung und Sport sowie in den sportlichen Schwerpunkten in Sonderformen, sofern diese Unterrichtsveranstaltungen auf Sportarten beschränkt sind, bei denen vom Standpunkt der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit und der koedukativen Führung kein Einwand besteht. Ferner kann der Unterricht in Bewegung und Sport ohne Trennung nach Geschlechtern erteilt werden, wenn der Unterricht gleichzeitig durch mehrere Lehrerinnen und Lehrer (im Falle des Unterrichts für mehrere Klassen oder Schülergruppen) erfolgt und wenn dies aus inhaltlichen Gründen (zB Tanz, Schwimmen, Freizeitsportarten) zweckmäßig ist.

(3) Die Bestimmungen der Abs. 1 und 2 finden an Schulen für Berufstätige mit modularer Unterrichtsorganisation insofern nicht Anwendung, als sie sich auf die Organisation des Unterrichts in Klassen beziehen.

(4) Die Festlegungen gemäß Abs. 1 bis 3 sind vom Schulleiter oder von der Schulleiterin zu treffen. § 8a Abs. 2 ist anzuwenden.